Ein Welpe zieht ein


 

Die ersten Tage im neuen Heim sind für das Hundekind die schlimmsten. Die fremde Umgebung macht ihm Angst. Es sehnt sich nach seiner

Mutter und nach seinen Geschwistern.

Der Tierhalter sollte sich zu diesem Zeitpunkt besonders viel mit dem Tier beschäftigen, ohne aber, daß der Neuankömmling dabei zum Mittelpunkt des ganzen Wohnviertels wird. Dabei sollte der neugebackene Hundebesitzer berücksichtigen, daß Hundekinder sehr viel Schlaf brauchen. Nicht nur für das vierbeinige Wollknäuel bedeutet die Adoption eine große Umstellung, sondern auch im Leben seiner Zweibeiner treten etliche Veränderungen ein. Will der Hund in seiner Einsamkeit durch klägliches Jaulen auf sich aufmerksam machen, sollte dem besser nicht nachgegeben werden. Hat das Tier erst einmal herausgefunden, mit welcher Methode es am wirkungsvollsten auf sich aufmerksam machen kann, wird es sie mit großer Ausdauer immer wieder anwenden. Meist ist nach einer Woche der größte Trennungsschmerz vorüber, und das Tier gewöhnt sich nach und nach an die Mitglieder seiner Menschenfamilie. Im Wurf kuscheln sich die Welpen eng aneinander. Um diesen Verlust an Nähe und Wärme zu kompensieren, kann eine Wärmflasche unter die Decke seiner Schlafstätte gelegt werden.

Warm, nicht heiß! Und Vorsicht - Welpen knabbern manchmal alles an, auch eine Gummiflasche. Ein paar alte Kleidungsstücke im Welpenkorb machen das junge Tier mit dem Geruch seiner neuen “Rudeltiere” vertraut. Zu Beginn kann man in der Nacht auch das Radio laufen lassen. Die Geräuschkulisse kann eine ebenso beruhigende Wirkung auf Welpen haben wie ein alter Wecker unter der Decke im Nachtlager. Das Ticken hat manchmal sogar eine einschläfernde Wirkung auf das Tier. Vom ersten Tag an sollte der Tierhalter darauf acht geben, daß die Regeln der Stubenreinheit eingehalten werden. Wer diese Regeln nach Lust und Laune verändert, braucht sich nicht zu wundern, wenn der Hund sich nicht mehr auskennt und dementsprechend reagiert. Wenn man einen Welpen allein läßt, sollte man ihm eine Möglichkeit zum Zeitvertreib

anbieten, einen Kauknochen, einen Ball, Spielzeug. Welpen interessieren sich einfach für alles, und ihre Neugier kann gefährlich werden. Daher sollte im direkten Umfeld des Tieres möglichst alles entfernt werden, was ihm zum Verhängnis werden könnte. Elektrokabel, die schon mal zum Anknabbern verlocken, Waschmittelpakete, die sich so herrlich anbeißen lassen, und Pflanzen, die mit Insektiziden behandelt wurden, gehören dazu. Auch wenn die Milchzähne des Welpen noch ziemlich winzig aussehen, so können die Tiere dennoch damit sehr kräftig zubeißen und zwicken. Die Beißerchen sind außerdem sehr scharf, so daß dadurch vieles nicht zernagt sondern zerrissen wird. Mit etwa sechs Monaten sind die zweiten, also richtigen Zähne des Hundes komplett ausgebildet. Dieser Wechsel geht meist problemlos vonstatten. Andernfalls müssen die Milchzähne, die nicht ausfallen, vom Tierarzt gezogen werden. Ein Hund wird niemals an den Vorderpfoten und schon gar nicht am Nackenfell

hochgehoben. Richtig in die Höhe gehoben wird das Tier, indem die eine Hand zwischen die Vorderbeine greift und die andere Hand unter das Hinterteil.